Halbtagsfahrt nach Wahn

Die diesjährige Halbtagesfahrt des Garreler Heimatvereins führte in die emsländische Siedlungswüstung Wahn. Die ehemalige Gemeinde Wahn liegt etwa auf halbem Wege zwischen Sögel und Lathen an der heutigen Landesstraße 53. Sie war bis zum 1. April 1941 eine Gemeinde im damaligen Landkreis Aschendorf-Hümmling. Die Siedlung wurde von den Nationalsozialisten geräumt um den Kruppschen Schießplatz Meppen zu erweitern. Alle Gebäude wurden abgetragen und die Bewohner in Nachbargemeinden umgesiedelt.

Unter fachkundiger Führung von Ulrike Wübbelmann erkundete man diesen ehemaligen Ort, der Anfang des 20. Jahrhunderts etwa 1000 Einwohner hatte. Es befanden sich zu der Zeit mehrere Bäckereien, eine Schmiede, eine Windmühle, 4 Gaststätten -zwei mit Saalbetrieb-, ein Baugeschäft in diesem Ort. Kirchenchor, Blaskapelle und eigenes Schützenfest rundeten das kulturelle Leben ab. Mittelpunkt des Dorfes war die Antoniuskirche, die erst Anfang des 20. Jahrhunderts erweitert wurde und damals “Hümmlinger Dom” genannt wurde und Platz für fast 800 Personen bot.

Mit der Erweiterung des Schießplatzes wurde durch die Entscheidung des Oberpräsidenten von Hannover vom 18. März 1941 mit Wirkung vom 1. April 1941 die Gemeinde Wahn aufgelöst.

Das “Ewige Licht” in der Antoniuskirche wurde 1942 für immer gelöscht.

Alle Bewohner wurden umgesiedelt, die Kirche und alle Gebäude wurden abgerissen.

Seit 2006 wurden Reste des alten Dorfes als Gedenkstätte freigelegt.

Die Fundamente der Wahner Kirche wurden freigelegt, neu eingefasst und gestaltet, wobei die Stufen zum Hochaltar, die Stelle des Taufbeckens und ein komplettes Mosaik zum Vorschein kamen. Es wurde begonnen, auf einer Länge von rund 1,8 Kilometern alte Straßen wieder freizugraben. Entlang dieser Wege sollen Flinte Hofstellen markieren und Infotafeln über die ehemaligen Eigentümer und deren Verbleib informieren.

Nach dieser beeindruckenden Besichtigung gab es eine Kaffeetafel in einer nahegelegen Gaststätte. Danach wurde das Batakhaus in Werpeloh besichtigt. Unter fachkundiger Führung von Frau Schröer gab es viele Hinweise über dieses ungewöhnliche Haus. Es wurde 1978 erstellt und ist eine maßstabgetreue Nachbildung der Häuser des Volksstammes der Batak auf Sumatra.

Der damalige Geistliche in Werpeloh, Pater Matthäus, war Kapuziner und Künstler, hatte ein Faible für Indonesien und die Idee zu diesem Bau.

Nach weiteren Besichtigungen in Werpeloh, wie dem Heimathaus oder der neuen Kirche, wurde mit vielen neuen Eindrücken die Heimreise angetreten.

Text und Fotos: Günter Buschenlange

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