Kölner schnacken feinstes Plattdeutsch

Dass die plattdeutsche Sprache auch geeignet ist, anspruchsvolle literarische Texte zu transportieren, bewiesen auf der Autorenlesung am 04. März Dr. Wilfried Darlath, Karin Howeyhe und Edgar Howeyhe. Die Kölner sind Mitglieder im Junkersdorfer Klönschnack, sprechen kein Kölsch, dafür aber umso begeisterter Plattdeutsch. Auf Einladung des Garreler Heimatvereins waren die ursprünglich aus Lüneburg (Karin Howeyhe), Geesthacht (Edgar Howeyhe) und Quetzen im Kreis Minden- Lübbecke (Darlath) stammenden Kölner nach Garrel gekommen.

Vorsitzender Günter Buschenlange hatte Wilfried Darlath und seine Frau 2011 auf der Plattdeutschkonferenz in Wisnconsin/USA kennengelernt und seitdem regelmäßig auf diesen Konferenzen getroffen. Die Idee nach Garrel zu kommen, entstand im August 2015 während der Konferenz in Davenport/Iowa.

Im Kaminzimmer des Johanneshauses lasen die Gäste aus verschiedenen Werken, die sie mit der Klönschnack- Runde auch vertont haben. Den Auftakt bildete dabei ein Text von Boy Lornsen, der die Schöpfungsgeschichte ins Plattdeutsche übersetzt hatte. Das Besondere am Vortrag war, dass diese Texte in verschiedenen Mundarten präsentiert wurden, jeder Vortragende in seiner typischen regionalen Sprache: Lüneburger, Hamburger bzw. Lauenburger Platt und was viele nicht wissen, Wilfried Darlath spricht westfälisches Platt, oder besser gesagt: „hei kürt Platt“.

Weiterhin kam von Berthold Brecht die Parabel „Wenn die Haifische Menschen wären“ zu Gehör und von Siegfried Lenz gab es die plattdeutsche Übersetzung aus „Der Geist der Mirabelle. Geschichte aus Bollerup“, die vom heimlichen Wahlsieger Fiete Feddersen handelt.

In der Pause gab es nicht nur Tee und „Stütkes“, gebacken vom Vorstandsmitglied des Heimatvereins André Meyer. Auch Kalli aus dem gleichnamigen Restaurant ließ es sich als neues Heimatvereinsmitglied nicht nehmen, einige mediterrane Köstlichkeiten aufzutischen.

Am Samstag war zunächst der Amerikastein das Ziel, wo es für die Gäste das begehrte Amerikazertifikat gab. Danach wurde das Museumsdorf in Cloppenburg besucht, bevor es zurück in die „neue“ Kölner Heimat ging.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.