Morgenwanderung 2015

Zu seiner alljährlichen Morgenwanderung hatte der Garreler Heimatverein in diesem Jahr als Ziel das Moor der Molberger Dose gewählt. Um 5:45 Uhr ging es in Garrel los und Organisator Rolf Tapken konnte etwa 25 Natur- und Heimatfreunde begrüßen, darunter einen besonderen Gast: Bill Loppnow aus Wisconsin/USA war zu Besuch beim Vorsitzenden Günter Buschenlange und nahm kurzerhand an der Wanderung teil. Er freute sich, so eine Moorlandschaft sehen und erleben zu können, denn vergleichbares ist ihm aus den Staaten nicht bekannt, zumindest nicht in seiner Heimat Wisconsin. Da die Führung auf Plattdeutsch war, gab es auch keine Verständigungsprobleme, denn Bill spricht fließend Plattdeutsch. Vor 3 Jahren war er das erste Mal beim Garreler Heimatverein zu Gast und erhielt als erster Plattdeutschsprechender US-Amerikaner das begehrte Amerikazertifikat.

Als profunder Kenner von Flora und Fauna erwies sich Helmut Nieske. Er konnte einige seltene Pflanzen- und Tierarten in diesem etwa 600 ha großen Gebiet zeigen und erklären, welches seit 1988 unter Naturschutz steht. Unter anderem das Moorgras, das bis zum 20fachen des Eigengewichtes an Wasser aufnehmen kann, das Bentgras, auch Pfeifengras genannt, weil es früher zum Reinigen von Pfeifen verwendet wurde, sowie verschiedene Heidearten wie Rosmarin-, Glocken- oder Besenheide.

Mittlerweile selten gewordene Vogelarten wie Kuckuck oder Turteltaube wurden gesehen und gehört. Die Kanadagans, die sich dort mit der Graugans gepaart haben soll, konnte man von Weitem schon hören. Besonders erfreut waren alle, als sie den sehr seltenen Pirol hörten und dann auch zu sehen bekamen. Helmut Nieske erwies sich dabei auch als guter Vogelstimmenimitator und zeigte den erstaunten Wanderern, dass man bei genauem Hinhören durchaus erkennen kann, dass einige Vögel auch auf Plattdeutsch singen.

Zum Abschluss gab es ein reichhaltiges Frühstück in Debbeler´s Hofcafé in Dwergte.

Text und Fotos: Günter Buschenlange

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