Morgenwanderung 2016

Das Ziel der diesjährigen Morgenwanderung des Garreler Heimatvereins war Dötlingen. Am 30. April um 5:45 Uhr machten sich 23 Heimatfreunde vom Dorfplatz aus in Fahrgemeinschaften auf den Weg zu diesem Ort, der als Künstlerort einen überregionalen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Am Loopshof wurden die Wagen abgestellt und unter der fachkundigen Leitung von Helmut Nieske lernte die Gruppe den so genannten „Huntepadd“ kennen, der gut vier Kilometer lang ist und in einer abwechslungsreichen Landschaft liegt. Der Weg ging zunächst durch das Feuchtbiotop der „Inloopswiesen“. Helmut Nieske erläuterte angesichts einiger zu stark zurück geschnittener Bäume, dass durch solche rabiate Eingriffe in die Natur der Lebensraum vieler Lebewesen eingeschränkt wird. Er zeigte an anderer Stelle, dass totes Holz Nestmöglichkeiten für Vögel und Unterschlupf für Käfer bietet.

Nach Überquerung der Huntebücke gelangte man zu den Steingräbern der „Glaner Braut“. Die Glaner Braut besteht aus einer Gruppe von vier Megalithanlagen, die in einer reizvollen Umgebung in einem 16 Hektar großen mit Heide bewachsenen Naturschutzgebiet liegen. Die Anlagen sind schwer einzugliedern, da der Grad der Zerstörung relativ hoch ist. Die Findlinge sind in der vorletzten Eiszeit aus Skandinavien hierher transportiert und vor etwa 5000 Jahren zu Gräbern angeordnet worden. Mit Längen von 50 bzw. 30 Metern sind die beiden größten sehr beeindruckend. Im Bereich des Naturparks Wildeshauser Geest und seiner näheren Umgebung liegen 36 Anlagen ähnlicher Art. Die bekanntesten von ihnen sind Visbeker Braut und Bräutigam.

Auf dem weiteren Weg überquerte man wieder die Hunte und hatte danach an den Steilhängen einen schönen Blick über die naturbelassenen Schleifen der Hunte, die hier im Gegensatz zu anderen Stellen nicht begradigt ist, so dass das Wasser langsamer flussabwärts fließen kann und somit mehr Raum zum Leben bleibt.

An der Kirche vorbei, die St. Firminus geweiht ist und im 12. Jahrhundert erbaut worden ist, ging es zum Tabkenhof. Das Fachwerkgebäude ist das größte Niedersachsenhaus in Nordwestdeutschland. Es ist 58 m lang und 17 m breit. Seit 1830 ist der Hof im Besitz der Familie Tabken und wird heute noch voll bewirtschaftet.

Neben diesem Hof steht die so genannte 1000jährige Eiche, die nach Angaben von Fachleuten aber nur 500 bis 600 Jahre alt ist. Da der Baum durch Sturmeinwirkungen stark gelitten hat, wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts eine neue Eiche gepflanzt, die dann Nachfolger der alten Eiche werden soll.

Am Heideweg wurde ein letzter Stopp am „Püttenhus“ gemacht. Dieses schöne Fachwerkhaus war ein ehemaliger Spieker und stand bei der alten Pastorei. Beim Umbau der Pastorei im Jahre 1935 wurde der Spieker an den Heideweg umgesetzt. Es diente als Jugendheim und in den Nachkriegsjahren als Behelfsunterkunft für Heimatvertriebene. Heute ist das Haus im Besitz der Gemeinde Dötlingen und wird vom Bürger- und Heimatverein verwaltet. So wird es nun für Ausstellungen, Vorlesungen und Trauungen genutzt.

Zum Abschluss kehrte man im Landhotel „Unter den Linden“ – auch als Schützenhof bekannt – ein und nahm ein reichhaltiges Frühstück ein.

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