Plattdeutschsprechender Südamerikaner in Amerika. Bericht und Fotos hier

Am Freitag, 11. April 2014 hatte unser Amerika Besuch aus Südamerika. Das Ehepaar Alfred und Rosemary Timmen aus Rolante im Bundesstaat Rio Grande do Sul in  Brasilien, die zurzeit auf Verwandtenbesuch in Deutschland und momentan bei Familie Voet in Cappeln sind, folgten der Einladung des Heimatvereins und besuchten die Anlage am Garreler Amerikastein. Sie erhielten das begehrte Amerikazertifikat, worin ihnen bescheinigt wird, dass sie „ohne ein Schiff oder Flugzeug benutzt zu haben Amerika einen Besuch abgestattet haben“. Nachdem vor 2 Jahren erstmals mit Bill Loppnow ein plattdeutsch sprechender Nordamerikaner aus Wisconsin (siehe Bericht) diesen Ort besucht hat, war Alfred Timmen hier nun der erste gebürtige Südamerikaner der diese Mundart noch perfekt beherrscht. Seine Eltern wanderten 1924 nach Brasilien aus, der Vater, August Timmen, stammt aus Mintewede und die Mutter Anna Josefa geb. Sandmann aus Bühren im Kreis Cloppenburg. Aber das war nicht die einzige Besonderheit an diesem Tag. Hier kamen einige Zufälle zusammen: Anfang des Jahres erreichte Günter Buschenlange eine Anfrage von Hans Bohmann aus Petersdorf, der auf der Suche nach Spuren seines Onkels Hermann Bohmann ist. Irgendwann im 20. Jahrhundert war er nach Brasilien ausgewandert. Buschenlange fand das Datum der Auswanderung heraus und das er in Rolante sesshaft geworden war. Durch einen vor Jahren entstandenen Kontakt zu Narciso und Elisabeth Pfaffenzeller in Porto Alegre erfuhr er nicht nur Näheres über die Nachkommen des Hermann Bohmann, sondern auch, dass ein Bewohner dieses Ortes, nämlich Alfred Timmen, im April in Deutschland zu Besuch ist. Dieser Umstand wurde jetzt zu einem Informationstreffen in Garrel genutzt, zumal Timmens dort ihre Freunde Paul und Brunhilde Tapken treffen konnten. Brunhilde Tapken hat ebenfalls verwandtschaftliche Beziehungen nach Brasilien.

Aber was wäre Amerika ohne weißes Haus und Präsidenten? Den ersten Siedler nannte man dort scherzhaft den „Präsidenten“, Johann Heinrich Timmermann. Sein Haus war ein weißes Fachwerkhaus mit Reetdach.

Beim Treffen nun gab es noch eine Besonderheit: Die Frau von Hans Bohmann ist eine geborene Timmermann und Enkelin des „Präsidenten von Amerika“. Ein Treffen in dieser Konstellation hat es in der Geschichte dieses Ortsteiles wohl noch nicht gegeben.

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