Unsere Fahrt ins Erzgebirge

Zu einer 4-tägigen Fahrt ins Erzgebirge startete der Garreler Heimatverein am 6. August. Das Vorbereitungsteam um den Vorsitzenden Günter Buschenlange hatte dazu ein interessantes Programm zusammengestellt. Zielort war das Hotel „Neustädter Hof“ in der Stadt Schwarzenberg, der Perle des Erzgebirges, wie es sich selbst nennt, die spätestens seit 1984 durch Stefan Heyms gleichnamigen Roman überregional bekannt geworden ist.

Nach der Ankunft wurden die Reisenden vom Hoteldirektor mit einem Begrüßungstrunk und anschließendem 3-Gänge Menü empfangen.

Für die nächsten beiden Tage war mit Alexandra Böhme eine professionelle Reiseleiterin engagiert worden und der erste Tag führte die Heimatfreunde in Oberwiesenthal über die Grenze nach Tschechien ins wunderschöne Karlsbad. Nach einer Stadtführung blieb noch genügend Gelegenheit, diesen historischen Kurort individuell zu erkunden. In der Juri-Gagarin-Kolonnade konnte man das Karlsbader Heilwasser in verschiedenen Temperaturen verkosten, das von 40 Grad bis über 70 Grad direkt aus der Erde kommt. Es gibt im Kurort 12 verschiedene Quellen, die als Heilwasser anerkannt sind und dem vielfältige Heilwirkungen nachgesagt werden. Auch die „dreizehnte Karlsbader Quelle“, der Becherovka wurde auf seine Heilwirkung hin überprüft. Dieser Kräuterlikör, einst von dem Apotheker Josef Vitus Becher zusammengestellt, wurde zu einer Berühmtheit. Viele bekannte Menschen der Zeitgeschichte, wie Bach, Beethoven oder Brahms –um nur einige zu nennen- haben in Karlsbad einen Kuraufenthalt genossen. Aber auch Gäste aus Übersee, wie Michael Douglas, Morgan Freeman oder Madeleine Albright waren hier schon zu Gast.

Auf der Rückfahrt ins Hotel wurde auf dem Fichtelberg Station gemacht. Von dort hatte man bei bestem Wetter einen fantastischen Blick über das Erzgebirge.

Am dritten Tag stand eine Fahrt mit der historischen Dampfeisenbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal auf dem Programm. Schnaufend und dampfend erreichte die Lokomotive mit ihren Gästen die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Unterwegs konnte man die herrliche Aussicht auf die Landschaften genießen. Die Garreler Heimatfreunde bewiesen während der Fahrt den Erzgebirglern ihre Sangeskunst, es wurden viele Heimat- und Wanderlieder gesungen und mancher Wanderer unterwegs blieb stehen und winkte erfreut den Bahnreisenden zu.

Nach einer Stadtrundfahrt in Oberwiesenthal wurde an einem großen Parkplatz Halt gemacht wo der Hoteldirektor mit dem Küchenchef die Reisenden bereits erwartete und Kesselgulasch mit frischem Bier vom Fass servierte.

Nach dieser Stärkung ging es weiter zur Stadt Seiffen, das als „Spielzeugdorf“ Berühmtheit erlangte. Verschiedene Schauwerkstätten und Museen konnten besichtigt werden und die Gelegenheit zum Einkauf wurde reichlich genutzt.

Auf der Rückfahrt am Sonntag wurde die „Gedenkstätte Deutsche Teilung“ in Marienborn besichtigt. Zwei Gästeführerinnen erläuterten die ehemaligen Grenzanlagen an diesem Ort, welches einst als Nadelöhr zwischen West und Ost galt. Es gab sogar die Gelegenheit das zu damaliger Zeit geheime Innere der Pass- und Zollkontrolle zu sehen oder den großen Überwachungsturm zu besteigen.

In Erinnerung bleibt eine informative, abwechslungsreiche Fahrt, ebenso die schönen geselligen Runden am Abend im wunderschönen Biergarten des Hotels bei hochsommerlichen Temperaturen.

Diese mehrtägige Fahrt wurde das erste Mal vom Heimatverein Garrel angeboten, eigentlich als Beitrag zum 30-jährigen Bestehen. Doch allseits wurde eine Wiederholung solch einer Reise gewünscht, möglichst schon im nächsten Jahr.

Text und Fotos: Günter Buschenlange

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